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30.09.2016 08:48 Alter: 2 yrs
Kategorie: Pressemitteilungen

CCTT Plenary Meeting: Ein Fazit der GETO


Basel, 30.09.2016. Auch 2015 haben sich die regelmässigen Bahnverbindungen zwischen China und Europa weiter enorm erhöht und sich als ein interessantes Produkt insbesondere bei den europäischen End-Usern erfolgreich neben Luft- und Seefracht etabliert. Dabei spielt auch die heute nur noch durchschnittlich rund 14-15 Tage betragende Laufzeit eine wichtige Rolle. Insgesamt gibt der Rückblick auf das vergangene Jahr und das erste Halbjahr 2016 aber nach wie vor ein durchwachsenes Bild ab. Durch historisch niedrige Energiepreise kam es zu fehlenden Finanzierungsmöglichkeiten und damit einem starken Rückgang von Grossprojekten. Neben staatlichen Eisenbahnen waren und sind davon auch die in die Lieferketten eingebundenen Spediteure und Operateure stark betroffen. Hinzu kommen die nach wie vor bestehenden Sanktionen zwischen der EU und Russland, die sich sehr negativ auf die betroffenen Verkehre auswirken.

So die Bilanz von Hans Reinhard, Präsident der Gemeinschaft Europäischer Transsibirienoperateure und –spediteure (GETO) und zugleich stellvertretender Generalsekretär des CCTT, anlässlich der 25. Plenartagung des Internationalen Koordinationsrates für Transsibirientransporte CCTT (International Council on Transsiberian Transportation). Sie fand auf Einladung der Mongolischen Eisenbahn (Ulaanbaator Railways JSC) am 14./15. September 2016 in Ulan Bator, Mongolei, statt. An ihr nahmen 180 Teilnehmer aus 18 Ländern teil. Dazu gehörten Vertreter aller an diesem Korridor beteiligten Bahnen, des Ministeriums für Transport der RF, der Föderalen Zollbehörde und des Föderalen Tarifservice Russlands, internationaler Assoziationen wie der europäischen GETO, der japanischen TSIOAJ, des CIT, des UIC, der FIATA sowie zahlreiche Vertreter führender Transport- und Logistikunternehmen. Eröffnet wurde die Veranstaltung durch Oleg Belozerov, dem Präsidenten der Russischen Eisenbahnen (Russian Railways OJSC) und zugleich Chairman des CCTT. Er erörtere wirtschaftliche und geschäftliche Perspektiven der Transsibirischen Eisenbahnmagistrale im internationalen Transit.

Im Verlauf seiner Rede erläuterte Hans Reinhard die Markteinschätzung und Zukunftsperspektiven speziell hinsichtlich der Containerganzzugverbindungen aus Sicht der GETO im Detail. Die enormen Wachstumsraten sind derzeit vor allem der „One Belt, One Road“ Initiative der Chinesischen Regierung und den damit verbundenen Subventionen zu verdanken. Die GETO betrachtet es daher als unumgänglich, Schritte einzuleiten, um die Zugangebote langfristig sicherstellen zu können. Das schliesst ein, dass Trassen-, Waggon- und Containersätze weiter reduziert werden, um das jetzige durch Subventionen ermöglichte Preisniveau auch in Zukunft halten zu können. Die Mitglieder der GETO sehen ausserdem eine Notwendigkeit, getaktete Angebote nach festem Fahrplan zu offerieren, eine weitere Reduzierung der Transitzeiten zu forcieren, durchgängige IT-Strukturen für eine zügigere Abwicklung sowie attraktive Modelle für die Containerrückführungen zu schaffen. Letzteres kann langfristig nur durch erhöhtes Eastbound Aufkommen sinnvoll gelöst werden.

„Wir können zwar das Handelsungleichgewicht zwischen Asien und Europa nicht ändern, aber wir können aktiv dazu beitragen, dass mehr Eastbound Transporte über die Bahn abgewickelt werden. Dabei sollten wir uns nicht nur auf Verkehre bis nach Fernost konzentrieren, sondern auch die Verkehre nach Zentralasien, der Mongolei oder asiatischen Russlanddestinationen in Betracht ziehen. Alle diese Verkehre helfen, sowohl Rollmaterial wie auch Container wieder zu retournieren und damit langfristig die Raten zu stabilisieren, wenn nicht sogar direkt zu reduzieren“, so Reinhard im Verlauf seiner Ansprache.

Als eine weitere Massnahme zur Kostenreduktion und damit Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit sieht die GETO die Einrichtung von sogenannten HUB-Systemen an den jeweiligen GUS-Eingangs- und Ausgangsgrenzen. Damit könnten Zugverkehre gebündelt und auf den Breitspurstrecken eine bessere Auslastung erzielt werden, die heute nicht vollständig ausgenutzt werden kann, da es in Europa und China andere Regelungen bei den maximalen Zuglängen gibt.