Anstieg der Containerverkehre auf der Transsib >
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30.05.2013 09:56 Alter: 7 yrs
Kategorie: Pressemitteilungen

GETO für mehr Bahnverkehr auf den Ost-West-Achsen

Frankfurt am Main, 30.5.2013. „Um die Wettbewerbsfähigkeit des Eisenbahn-güterverkehrs auf den Ost-West-Achsen nach Russland und weiter nach Zentralasien und Fernost zu sichern...


Frankfurt am Main, 30.5.2013. „Um die Wettbewerbsfähigkeit des Eisenbahn­güterverkehrs auf den Ost-West-Achsen nach Russland und weiter nach Zentralasien und Fernost zu sichern, werden dringend bessere Rahmenbedingungen gebraucht,“ forderte Hans Reinhard, Präsident der Gemeinschaft Europäischer Transsibirienoperateure und –spediteure GETO auf der Jahreshauptversammlung der Gemeinschaft im Mai in Frankfurt am Main. Die GETO-Mitgliedsunternehmen werden daher kurzfristig einen gemeinsamen Forderungskatalog zur Entwicklung der Eisenbahnverkehre zwischen Westeuropa und Russland bzw. anderen GUS-Staaten  präsentieren und an die zuständigen Gremien leiten. Schwer­punkte werden dabei solche Fragen sein wie die Forderung nach wettbewerbsfähigen Preisen, nach mehr Kostentransparenz und sinkenden Kosten, nach der breiteren Einführung durchgehender Frachtdokumente und einer stärkeren Durchsetzung vereinfachter Zollverfahren. „Durch unsere Nähe zum Internationalen Koordinationsrat für Transsibirientransporte CCTT in Moskau und zur Leitung der RZD und der anderer GUS-Bahnen haben wir die Möglichkeit, die Probleme, die unsere Mitglieder bewegen, und die daraus abgeleiteten Anforderungen direkt an die richtigen Stellen zu bringen,“ unterstrich Reinhard. Die Dringlichkeit, mehr Druck in Richtung verbesserter Wettbewerbsbedingungen für den Bahnverkehr auf den Ost-West-Achsen zu machen, ergebe sich insbesondere aus gegenwärtigen Stagnationserscheinungen auf dem russischen Güterverkehrsmarkt und dem wachsenden Konkurrenzdruck des Lkw auch auf langen Distanzen, erläuterte er.

In seiner Analyse der generellen Entwicklungen im Bahnmarkt der GUS, insbesondere Russlands ging der GETO Präsident ausführlich auch auf die veränderten Bedingungen durch die große Zahl privater Wagenbetreiber und das Fehlen klarer rechtlicher Regelungen in Russland für faire Beziehungen zwischen Beförderern, Operateuren und Gutversendern ein.

Übereinstimmend konstatierten die Teilnehmer der Jahreshauptversammlung, dass sich die Waggonverfügbarkeit im ostgehenden Bahnverkehr in den letzten Monaten grundlegend gebessert habe. An allen Grenzübergängen und Schnittstellen stünden heute genügend Waggons zur Verfügung, da die beförderten Mengen jene des Vorjahres unterschritten und es zudem einige Verbesserungen im Wagenmanagement im russischen Bahnsektor gegeben habe. Bei bestimmten Waggonarten wie O-Waggons bestehe sogar ein veritables Überangebot insbesondere an privatem Rollmaterial.

Die GETO wurde 1978 in Basel mit dem Ziel, die Interessen europäischer Transsibirienoperateure zu wahren und die Verkehre auf der bedeutendsten euroasiatischen Eisenbahnmagistrale zu unterstützen, gegründet. Sie hat ihr Profil inzwischen erweitert. Die Interessen­gemeinschaft von im Ost-West-Bahnverkehr engagierten Operateuren und Spediteuren befasst sich nicht mehr nur mit den großen Transitverkehren durch Russland sondern hat heute auch die bilateralen Bahnverkehre  mit Russland und den anderen GUS-Ländern stärker im Blick.  Das Interesse an ihrer Tätigkeit hat zugenommen, worauf unter anderem die Aufnahme von sechs neuen Mitgliedsunternehmen auf ihrer diesjährigen Jahreshauptversammlung hinweist. Durch eine eigene Website (www.geto.ch) und mit einem Chatforum für die Mitglieder sind in diesem Jahr bessere Bedingungen für Information und Kommunikation entstanden. „Mit der Nutzung moderner IT im Rahmen der GETO selbst wollen wir auch unseren Forderungen nach einem stärkeren Einsatz des elektronischen Datenaustauschs für eine rasche Abfertigung und ein durchgehend IT-gestütztes Tracking und Tracing Nachdruck verleihen," kommentierte Werner Albert, langjähriger Präsident der GETO und heute ihr Ehrenpräsident diese Entwicklung. Albert, der auch Vice Chairman des CCTT in Moskau ist, wandte sich am Rande der GETO Jahreshauptversammlung erneut nachdrücklich gegen die Gefahr der Monopolisierung des Eisenbahnmarktes im Ost-West-Verkehr: „So erfreulich zum Beispiel die Tatsache ist, dass es in jüngster Zeit eine gewachsene Zahl von Gütertransporten zwischen Westeuropa und China gibt, so konzentriert sich dies doch fast ausschließlich auf einige wenige Großoperateure und Großkunden. Um diese Verkehre nachhaltig zu entwickeln, werden Angebote gebraucht, die für einen möglichst breiten Kundenkreis gerade auch aus der mittelständischen Wirtschaft offen und attraktiv sind. Hier liegt ein wichtiges Aufgabenfeld der GETO in ihrer weiteren Entwicklung.“